Der Heilige Hubertus

Ein Patron stolzer Schützen


Das Hubertuscorps Hoisten ist ein Teil der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Hoisten, die den katholischen Glaubensgrundsätzen verbunden ist. Zur Abwendung von Unheil verehrt und wendet man sich an einen oder mehrere Schutzpatrone.
Einer der Schutzpatrone, und gleichzeitig auch der Namensgeber des Hubertuscorps Hoisten, ist der Heilige Hubertus.
Er gilt als Schutzpatron der Jäger, Forstleute, Schützen, Kürschner, Gießer, Metallarbeiter, Drechsler, Metzger, Mathematiker und Schellenmacher. Er soll u.a. gegen die Tollwut der Hunde, Hunde- und Schlangenbisse und bei Wasserscheue helfen.
Sein Name bedeutet: der durch Verstand glänzende (althochdt.)
Die Bauernregel zu seinem Patronatstag (3. November) lautet: "Bringt Hubertus Schnee und Eis, bleibt es den ganzen November weiß."


Wer war dieser Hubertus?

Über sein Leben gibt es nur wenige gesicherte Angaben. Er wurde 655 als Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse geboren und war wohl auch mit dem ostfränkischen Hausmeier Pippin dem Mittleren verwandt. Er lebte später als Pfalzgraf am Hofe von Theoderich III. in Paris. Von hier aus ging er später zu Pippin nach Metz, wobei einige Quellen angeben, dass er aus Paris fliehen musste. Er heiratete die Prinzessin Floribana von Löwen, die bei der Geburt des Sohnes Floribert verstarb. Nach dem Tod seiner Frau zog er sich zunächst aus allen Ämtern zurück. Später widmete er sich der Christianisierung der Menschen in den Ardennen und wurde um 705 zum Bischof von Tongern-Maastricht geweiht. Im Jahr 716 verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich und ließ hier die Kathedrale errichten. Er galt als umsichtig und milde und soll bei einer Hungersnot Tausende Menschen gerettet haben. Am 30. Mai 727 verstarb er in Tervueren bei Lüttich und wurde in der Kathedrale St. Peter zu Lüttich beigesetzt. Am 3. November 743 wurden seine Gebeine feierlich „erhoben“, um sie oberirdisch vor dem Hauptaltar zu bestatten. Bis ins 10. Jahrhundert war dies die übliche Form der Heiligsprechung. Aus diesem Grunde wird auch alljährlich am 3. November der Patronatstag des Heiligen Hubertus gefeiert. Im Jahr 825 wurden, auf Bitten der Mönche, die Reliquien in die Benediktinerabtei Andagium (Andain) südlich von Namur überführt, welche später in St. Hubert umbenannt wurde. Das bis dahin unbedeutende Kloster erhoffte sich dadurch ein Aufblühen der Gemeinschaft. Am Ende des 10. Jahrhunderts suchten die Menschen nachweislich dieses Kloster zur Heilung von der Tollwut auf. Seit der französischen Revolution sind die Gebeine jedoch verschwunden.Die Legende, dass ihm ein Hirsch mit einem Kreuz zwischen dem Geweih erschienen sei, wird ihm erst seit dem 11. oder 15. Jahrhundert (hierzu gibt es unterschiedliche Angaben) zugeschrieben, wobei dieses Motiv eigentlich der Eustachius / Placidus-Legende entstammt.
Auch wird die Legende in leicht unterschiedlichen Versionen erzählt. Die einen besagen, dass Hubertus sich nach dem Tode seiner Frau als Einsiedler in den Ardennen zurück zog und sich von der Jagd ernährte. Bei dieser soll ihm dann der Hirsch erschienen sei.
Eine andere Version berichtet, dass er sich aus Schmerz um den Tod seiner Frau den weltlichen Vergnügungen hingegeben habe und ihm auf der Jagd an einem Feiertag der Hirsch begegnet sei.Im Großen Hausbuch der Heiligen (Hrg. von Diethard H. Klein) wird die Legende wie folgt erzählt.„Als einst Hubert an einem Karfreitag mit seinem lauten Tross zur Jagd zog, warnte ihn seine Gattin und flehte ihn dringend an, den ernsten Todestag des Herrn nicht zu entweihen. Er schien von der liebevollen Warnung seiner frommen Gattin gerührt, dennoch siegte die Jagdlust. Mit seinem zahlreichen Gefolge sprengte er durch Wald und Busch, durch Wiesen und Gründe und verfolgte einen prächtigen Hirschen. Als er demselben nahe kam und schon den Bolzen nach dem Tiere abdrücken wollte, bleibt dasselbe plötzlich stehen, wendet sich nach dem Jäger, und mitten in seinem Geweih erscheint ein strahlendes Kreuz. Eine klagende Stimme ertönt: “Hubertus, ich erlöste dich und dennoch verfolgst du mich!“
Hubert erbebte, warf sein Geschoss von sich und flehte innig zu Gott um Erbarmen. Darauf baute er sich eine Hütte aus Baumzweigen und Schilf und führte, von der Welt geschieden, in stiller Waldeinsamkeit ein bußfertiges abgetötetes Leben.“Eine weitere Abwandlung besagt, dass, nachdem er die Erscheinung hatte, er tief betroffen den Bischof Lambert aufsuchte und anschließende nach Rom zu Papst Sergius I. gereist sei. Dieser wurde in einer Vision vom Tode des Bischofs unterrichtet und angewiesen, Hubert zu dessen Nachfolger zu weihen.Dargestellt wird er zumeist als ein mit Schwert und Spieß bewaffneter und von Jagdhunden begleiteter Jäger, der vor einem Hirsch mit einem Kreuz im Geweih kniet.